1000 Köpfe 10 Fragen

Die SPD hat im Rahmen Ihrer Kampagne für den Prozess #digitalLeben 100 Personen 10 Fragen zur Digitalisierung gestellt. Steffen Voss (@kaffeeringe) hat darauf hin eine Blog-Parade gestartet, denn Vielfalt ist der Meinungsbildung ja recht förderlich.

Hier also meine Antworten auf die 10 Fragen zu #digitalLeben

1. In einer digitalen Welt zu leben, bedeutet für mich…

…das gesamte (naja, fast) Wissen der Menschheit für mich nutzen zu können.

…grenzenlos und frei Kommunizieren zu können. Im digitalen Kontext können Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung und Wohlstand auf Augenhöhe kommunizieren.

…die Möglichkeit zu haben auch komplexe Probleme und Aufgaben mit Hilfe digitaler Werkzeuge einfach und schnell lösen zu können.

2. Mein Computer ist für mich…

… mein wichtigsten Werkzeug für Wertschöpfung und Informationsbeschaffung und ein ideales Hilfsmittel für die Erarbeitung und Speicherung meiner Ideen. Zudem ein Katalysator der meine Kreativität anfassbar werden lässt.

3. Wirklich gut! Die größte Chance durch die Digitalisierung ist…

… Grundsätzliche Chancengleichheit für jeden. Jeder kann mit einem Computer und minimalen finanziellen Ressourcen die Grundlage für eine eigenständige und selbstverantwortliche Existenz schaffen.

… Wir können die sozialen Auswirkungen der Konzentration von neuen Berufen in die Ballungsräume durch neue Formen der Kommunikation kompensieren. Zudem können wir unsere persönlichen sozialen Beziehungen langlebiger gestalten und in mit unterschiedlichen Intensitäten führen. Man verliert die Menschen die einem auf unterschiedliche Arten wichtig und liebgewonnen sind nicht mehr zwangsläufig aus den Augen nur weil sich die Lebens-Räume getrennt haben.

4. Bedrohlich! Wir müssen aufpassen, dass…

… wir Teilhabe an der Digitalisierung nicht mit Teilhabe an digitalem Konsum definieren. Digitalisierung ist mehr als nur die Möglichkeit Videos in HD sehen zu können. Digitalisierung braucht neue Kompetenzen auf allen Ebenen; sozial, methodisch und technisch.

5. Die Digitalisierung verändert mein Leben durch…

… die unmittelbare Möglichkeit mein Wissen und meine Kompetenzen in Wertschöpfung zu wandeln. Die digitale Kommunikation ermöglicht es mir auch meine Arbeitszeit und meine Arbeitsorte an meine persönlichen Bedürfnisse und die Bedürfnisse meiner Familie anzupassen.

6. Chatten mit den Enkeln, Einkaufen per Mausklick, Arbeiten ohne feste Bürozeiten. Was bringt die Digitalisierung für Familien und Ältere?

… Familien können durch die Digitalisierung an Qualitativer Zeit gewinnen. Flexible Arbeitszeit und -Ort Modelle sind dafür eine wichtige Grundvoraussetzung. Für die älteren bietet die Digitalisierung neben dem digitalen Kontakt zur Familie auch die Möglichkeit des einfacheren Austausches innerhalb der Altersgruppe. Auch die Tele-Medizin bietet viele Chancen für ältere Menschen. Darüber hinaus finde ich es sehr spannend wie die Nutzung von Computerspielen und anderen digitalen Hilfsmitteln dafür sorgt, dass Menschen mobil und geistig fit bleiben können.

7. Programmieren in der Grundschule, das gesamte Faktenwissen der Welt in der Suchmaschine. Wie sollte Bildung der Zukunft aussehen?

… Wir müssen uns ein für alle mal davon verabschieden, dass es sinnvoll ist Fachexpertise auf Vorat zu lernen. Niemand muss mehr alle Flüsse Deutschlands in eine Karte malen können. Wir müssen unsere Kinder viel mehr darin ausbilden die Informationsbreite des Weltwissens zu nutzen und zu validieren. Wir müssen unsere Nachfolge-Generationen vor Allem dazu in die Lage  versetzen, dass das Internet kein reines Konsum-Medium ist, auch wenn die Medienlandschaft es so darstellt. Im Internet zu produzieren heißt zum einen die Möglichkeit zu haben Wertschöpfung durch Dienstleistung oder Produkte zu erzeugen, zum anderen aber auch einen Beitrag zur Kultur zu schaffen. Nie war es einfacher als Produzent oder Künstler wahrgenommen zu werden und erfolgreich zu sein als heute.

8. An jedem Ort arbeiten können und ständig erreichbar sein. Was bedeutet das für Arbeit im Digitalen Zeitalter?

… Wir brauchen nicht nur auf dem Papier der Gesetzbücher klare Regeln wie die Arbeit im digitalen Raum fair stattfinden kann, sondern wir brauchen auch eine verbreitete gesellschaftliche Norm, wie unsere Zusammenarbeit funktioniert. Wir brauchen eine Art ethischen Grundsatz wie wir Erwartungshaltungen kommunizieren, und welche Ansprüche z.B. an Reaktionszeiten vertretbar sind.

9. Was müssen wir im digitalen Zeitalter tun, damit unsere Wirtschaft erfolgreich bleibt?

… Ich denke die größte und wichtigste Herausforderung ist, dass wir Konsens darüber erlangen, dass wir Geschäftsmodelle grundsätzlich als temporär betrachten und nicht versuchen veraltete Geschäftsmodelle künstlich, z.B. durch die Schaffung von Restriktionen, am Leben zu erhalten. Die Digitalisierung schafft hier keine neuen ökonomischen Grundsätze, sie beschleunigt die Prozesse und macht die Auswirkung deutlicher sichtbar und unmittelbar erlebbar.

10. Die Digitalisierung schafft Chancen und birgt Risiken. Von der SPD erwarte ich, dass…

… sie sich der Veränderung mit allen daraus resultierenden Konsequenzen offen stellt und sich zum Ziel setzt die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen für eine „digitalisierte Welt“ möglichst optimal zu gestalten.

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